, Martin Frei

Trizöler auf der Tremola

Wie steht es so schön auf der Titelseite des Fit for Life (7-8/15)? „Ein MUSS für die Passliebhaber

Das haben sich Urs Lehmann, Ken Harttgen und Martin Frei nicht zweimal sagen lassen und sich am 22. Juli einen Tag frei genommen und den Startknopf an der Uhr um 0710 Uhr in Andermatt gedrückt.
Nur über den Gotthard und dann wieder die Tremola rauf schien uns doch ein wenig zu billig, so rollten wir mal bis Realp ein, dann, an Aufstieg zur Furka, wich die morgendliche Kälte aus dem Körper und die Muskeln begannen mit der Arbeit. Nach rund 1000 HM war der Furkapass geschafft und bei herrlichem Sommerwetter ging es die Passstraße runter, an Gletsch vorbei bis Ulrichen im Obergoms. Hier begann unser 2. Aufstieg, jener auf den Nufenenpass. Wieder waren 1000 HM zu absolvieren und oben angekommen dankten uns die Muskeln als wir uns für eine Pause mit Kaffee und Nussgipfel entschlossen.
Wow die Abfahrt runter nach Airolo ist mit über 23km mega lang und hat sehr wenig Autoverkehr. Der Strassenbelag ist ganz ok, für die ganz schnelle Sause jedoch hat es zuviele Löcher. Airolo, immer wieder eindrücklich, wie dieses ‚Dorf’ zuhinterst im Tal eine unglaubliche Infrastruktur an Strassen, Bahntrassees und allem drum herum hat! Schnell hat man diese ‚urbane’ Stelle hinter sich und der Abzweiger zur Tremola ist gleichzeitig auch der Eintritt in eine andere, längst vergangene Zeit, als noch Kutschen oder die ersten Automobile sich die Kopfsteinpflasterkurven hinauf mühten.
Wieder sind es knapp 1000HM die vor uns liegen und im Fit for Life steht, dass Ema Pooley diese 13 km in gut 51 Minuten zurück legt. Nun, als Gentleman die wir drei nun mal sind, war es uns fern, mit einer Dame um Minuten und Sekunden zu kämpfen, so liessen wir uns die Freiheit, die Sache locker anzugehen. Na, ja, gegen Schluss war es dann nicht mehr sooo locker, nicht zuletzt weil Ken und ich begannen und das Leben gegenseitig heiss zu machen: ein milder Blick zum Nachbarn und 20 Watt zulegen – mal schauen ob der andere mitmag.... und so weiter, bis wir beide Gefahr liefen, dass sich die Zunge in der Kette verfängt. Völlig ausser Atem und rasendem Puls kamen wir nach 63’ oben an, Urs schüttelte nur den Kopf ab solchem jugendlichen Draufgängertum – er hat die Strecke lieber genossen.


Nun, mehr zur Tremola muss ich nicht schre
iben – steht alles im Fit for Life! Zu erwähnen ist noch, dass die Abfahrt runter nach Andermatt dann wirklich als Sausefahrt genossen werden kann: guter Belag, schnelle Kurven und ein übersichtlicher Strassenverlauf.
Der Freitag hat sich gelohnt - hat echt Spass gemacht :-)

Martin Frei