, Norbert

Gerardmer 2015

Wir haben unser Weekend in den Vogesen in vollen Zügen genossen! Anbei der Link auf die Homepage mit den Resultaten und mein Kurzbericht:

http://triathlondegerardmer.com/

Nach den gesundheitsbedingten Absagen von Angelo und Claudia, hat der letzte Mohikaner den TRIZO am Vereinsreisli vertreten. Die Wetterprognosen waren nicht eben berauschend; ca. 10 Grad und regnerisch. Am Tag vor dem Wettkampf kamen noch Verdauungsprobleme und eine abgebrochene Befestigung des Sattelrohres dazu. Aber von so kleinen Details lässt sich ein Mohikaner nicht beirren. Beindruckt sind wir von den vielen Treppen, welche extra für die Zuschauerübergänge aufgestellt werden.

Am Wettkampfmorgen war der Magen zwar noch etwas flau, das Wetter kühl, die Wolken dicht und das Sattelrohr mit einem Binder notdürftig gesichert, aber die Kampfmoral voll intakt.
Der Massenstart mit rund 1500 Gleichgesinnten im 20 Grad warmen Lac de Gérardmer verläuft ohne grössere Probleme. An den Wendebojen ist etwas Geduld gefragt bis sich diese Lemminge irgendwie darum herum gewühlt haben. Aufgrund der unsicheren und kühlen Witterung lasse ich mir in der ersten Wechselzone etwas Zeit genug Warmes anzuziehen und einen Regenschutz einzupacken. Über eine rumplige Strasse geht es anschliessend durch Gérardmer. Am Dorfrand zweigt die Strecke rechts ab und geht auf einem schmalen Waldweg in die Höhe. Links und rechts steht das halbe Dorf und schreit einem förmlich zum ersten Kulminationspunkt. Dabei ist das erst das Aufwärmprogramm, kommen doch nochmals zwei längere aber mit 5-6 % Durchschnittssteigung humane Anstiege. Das Ganze mal drei ergibt 93 km und 1'900 Höhenmeter auf beinahe vollsständig gesperrten Strassen.
Obwohl der Wind ziemlich frisch weht, meine Hände vom Velofahren noch steif sind und Wolken immer wieder ziemlich bedrohlich dunkel daher kommen, entschliesse ich mich, für die Laufstrecke die lange Oberbekleidung auszuziehen. Bereits nach wenigen Metern muss ich feststellen, dass die vermeindlichen Zuschauerübergänge nicht für die Zuschauer sondern für die Triathlen aufgestellt wurden. Die Zuschauer dürfen bequem unten durch spazieren, während wir über drei mit überhohen Tritten versehene Überführungen klettern müssen. Und wer dachte dass drei flache Runden um den schönen Lac keine Sache seien, der sieht sich auch getäuscht - neben den erwähnten Schikanen sind nämlich weitere Höhenmeter im Wald versteckt. Wenigstens ist der Untergrund angenehm und wer noch mag, kann voll durchbrettern.

Im Ziel wartet neben dem Schätzchen ein Festzelt, welches für die Strapazen voll entschädigt. Da gibt's Salat, Flammkuchen, Hotdog, Früchte, Bier und und und - wenn ich nur etwas mehr essen und trinken könnte... Nach der wohlverdienten Dusche hole ich meine Utensilien aus der Wechselzone. Kaum zurück im Hotel, zieht doch noch eine heftige Schauer über die Gegend - da hatte ich wieder einmal Glück!

Die Heimreise über den Col de la Schlucht und die Route des Crêtes gestaltet sich sehr eindrücklich und schreit förmlich nach Wiederholung dieses ereignisreichen Wochenendes!
Sportliche Grüsse
Norbert